Was Leichte Sprache ist – und was nicht
Leichte Sprache ist nicht einfach simpleres Deutsch, sondern folgt festen Regeln. Dazu gehören kurze Sätze, ein Gedanke pro Satz, erklärte Fachbegriffe, möglichst aktive Formulierungen und eine klare Gestaltung. Die DIN SPEC 33429 (März 2025) fasst diese Empfehlungen in einer technischen Spezifikation zusammen.
Einfache Sprache wird häufig mit Leichter Sprache verwechselt. Seit Mai 2024 gibt es dafür eine eigene Norm: die DIN 8581-1. Sie richtet sich an ein breiteres Publikum und ausdrücklich nicht an Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Für Kundenservice, HR, Verwaltung, Versicherungen, Gesundheitskommunikation und interne Richtlinien kann Einfache Sprache genau die richtige Stufe sein. Mehr zu Leichter Sprache: Regeln, Zielgruppe und rechtliche Grundlagen.
Einfache Sprache nach DIN 8581-1
Nicht jeder Text braucht Leichte Sprache. Viele Organisationen brauchen zuerst verständliche Standardsprache: klar gegliedert, präzise, ohne unnötige Fachsprache und ohne juristische oder fachliche Bedeutung zu verlieren. Dafür überarbeite ich Texte nach den Grundsätzen Einfacher Sprache.
- Kundeninformationen, Hilfetexte und FAQ
- Formulare, Anschreiben und interne Richtlinien
- Gesundheits-, Versicherungs- und Verwaltungstexte
- KI-generierte Texte, die sachlich stimmen und menschlich klingen müssen
Wer braucht Leichte Sprache?
- Behörden und öffentliche Stellen – Nach § 11 BGG sollen Träger öffentlicher Gewalt Leichte Sprache stärker einsetzen. Die BITV 2.0 fordert für Websites öffentlicher Stellen des Bundes Erläuterungen auf der Startseite und in der Barrierefreiheitserklärung.
- Unternehmen mit BFSG-relevanten Angeboten – E-Commerce, Banken, Telekommunikation und Personenbeförderung sollten prüfen, ob ihre Produkte und Dienstleistungen seit Juni 2025 in den BFSG-Anwendungsbereich fallen. Das BFSG fordert keine Leichte Sprache, aber verständliche Texte sind ein wichtiger Teil barrierefreier Kommunikation. Alles zum BFSG im Detail.
- Organisationen mit Barrierefreiheitserklärung – Wer nach BITV 2.0 eine Erklärung veröffentlichen muss, braucht auch Erläuterungen in Leichter Sprache.
- Agenturen mit öffentlichen Auftraggebern – Wer Behördenaufträge gewinnen will, sollte barrierefreie Kommunikation belastbar einplanen können.
Was KI hier nicht kann
Sprachmodelle können Texte vereinfachen. Leichte Sprache können sie aber nicht verlässlich allein erstellen.
- KI hält sich nicht zuverlässig an das Regelwerk – Satzlängen, Wortauswahl und Gestaltung weichen regelmäßig ab.
- Leichte Sprache erfordert Prüfung durch die Zielgruppe. Das kann kein Algorithmus ersetzen.
- Die Gestaltungsvorgaben (Bilder, Layout, Schriftgröße) liegen außerhalb dessen, was Textmodelle leisten.
- Bei Compliance-relevanten Texten bleibt die Verantwortung beim veröffentlichenden Unternehmen. „Hat die KI gemacht“ ist keine belastbare Entlastung.
Mein Angebot
Ich übertrage bestehende Texte in Leichte Sprache oder erstelle neue Texte von Grund auf inklusive der Ausgangstexte in Standardsprache. Konkret:
- Leichte-Sprache-Texte für Websites, Broschüren und Formulare
- Texte für Barrierefreiheitserklärungen nach BITV 2.0
- Ausgangstexte in Standardsprache als Basis für die Übertragung
- Beratung zur weiteren Qualitätssicherung
Zum vollständigen Leichte-Sprache-Prozess gehört die Prüfung durch eine Prüfgruppe aus der Zielgruppe. Diese Prüfung ist nicht Teil meiner Leistung, aber ich berate Sie gern dazu, wie Sie diesen Schritt organisieren können. Mehr zum Prüfgruppen-Prozess.
Referenzen: Deutscher Zukunftspreis und Förderleitfaden
Für den Deutschen Zukunftspreis, einen der bedeutendsten Wissenschafts- und Innovationspreise Deutschlands, verliehen vom Bundespräsidenten persönlich, habe ich das Geleitwort von Frank-Walter Steinmeier und die Texte aller sechs nominierten Teams der Jahrgänge 2024 und 2025 in Leichte Sprache übertragen.
2024 ging der Preis an ams OSRAM und Fraunhofer für intelligente LED-Technologie. 2025 an Robert Bosch für emissionsfreie Brennstoffzellenantriebe. Die Leichte-Sprache-Texte stehen auf der Website des Zukunftspreises unter Barrierefreiheit.
Für den Förderleitfaden DARP im BMF-/PD-Kontext habe ich außerdem an Ausgangstexten und Leichte-Sprache-Inhalten gearbeitet. Der Förderleitfaden ist öffentlich abrufbar; die Website nennt das Bundesministerium der Finanzen, PD und NextGenerationEU als Projektkontext.